Seit 1987 gibt es beim TB Höntrop bereits ein weibliches Volleyballteam. 

Trainingszeiten: 
Dienstag

20:00-22:00

Donnerstag

20:00-22:00

Feld 2 (links)
Am vergangenen Samstag ging es für die erste Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Recklinghausen.

Dort traten wir in einer für uns noch neuen Rolle an: die Rolle des Gejagten, des Tabellenführers. Mit entsprechendem Selbstvertrauen und dem Derbysieg der letzten Woche im Rücken fuhren wir also nach Recklinghausen. Den ersten kleinen Schockmoment gab es bereits am Treffpunkt, da Marie sich beim Obst schneiden in den Finger geschnitten hatte. Aber unsere Krankenschwestern Caro und Sandra hatten dieses erste kleine Problem schnell wieder unter Kontrolle. In Recklinghausen angekommen wurden wir dann von dem Aufzug der Veranstaltung überrascht. So wurde das Spiel von einem Hallensprecher kommentiert und begleitet, was sonst nur in der Bundesliga gewöhnlich ist. Davon ließen wir uns jedoch nicht ablenken und starteten sehr fokussiert in das Spiel.

Der erste Punkt des Spiels, welcher das 1:0 für Recklinghausen im ersten Satz bedeutete, war eine vom Schiedsrichter abgepfiffene Doppelberührung im Zuspiel. Wer mich kennt weiß, dass ich grundsätzlich das Pfeifen von technischen Fehlern sehr befürworte, weswegen ich mich trotz der Entscheidung gegen uns freute, da es ein Schiedsrichter mit Blick für technische Fehler zu sein schien. Das erlebten wir bisher nicht all zu oft. Es stellte sich jedoch später heraus, dass der von mir betitelte "Blick für technische Fehler" mehr mit willkürlichen als mit rationalen Entscheidungen zu tun hatte. Doch dazu später mehr. Nachdem wir also den ersten Punkt des Satzes verloren hatten, ging es für uns deutlich besser weiter. Mit präzisen Aufschlägen stellten wir den gegnerischen Annahmeriegel oft vor große Probleme und hatten bei der Verteidigung des Gegenangriffs zumeist leichtes Spiel. Mit einer stabilen Leistung und variablen Angriffsspiel ließen wir unserem Gegner nur wenige Chancen und so ging der erste Satz mit 25:14 an uns. Von den 14 Punkten für Recklinghausen im ersten Satz waren bereits drei Punkte Doppelberührungen auf unserer Seite. Meiner Meinung nach bis hier hin noch vertretbare Entscheidungen.

Im zweiten Satz ging es ähnlich weiter. Wir starten gut in den Satz und machten weiterhin Druck mit unseren Aufschlägen und Angriffen. In schwierigen Situationen behielten wir ebenfalls die Ruhe, sodass wir mit überlegt geschlagenen Angriffen am Ende trotzdem immer den Punkt machen konnten. Zwischendurch ertönten jedoch weiterhin immer wieder Pfiffe des Schiedsrichters wegen vermeindlichen Doppelberührungen. Dieses Mal auch bei Zuspielen, welche meiner Meinung nach technisch komplett im Rahmen des Erlaubten lagen. Man muss jedoch sagen, dass es bei diesem Thema immer schwierig ist, eine Entscheidung zu treffen. Ein technischer Fehler ist oft eine subjektive Entscheidung, da es einfach eine Auslegungssache ist. Jeder Schiedsrichter muss vor dem Spiel bzw. am Anfang des Spiels eine Linie für sich festlegen, was er abpfeifen will und was eben nicht. So oder so war es trotz einiger kritischer Entscheidungen (auf beiden Seiten) ein Satz, in dem wir überzeugen konnten und am Ende verdient mit 25:21 gewonnen haben.

Mit dieser 2:0-Führung konnten wir mit breiter Brust in den dritten Satz starten. Jedoch taten wir uns nun schwer und fanden nicht wirklich unseren Rhythmus. Wir konnten nicht mehr so einen Druck auf unseren Gegner erzeugen wie noch in den ersten beiden Sätzen. So fand Recklinghausen nach und nach besser ins Spiel und es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Das Spiel war weiterhin geprägt von zunehmend fraglich gepfiffenen technischen Fehlern und on top kam dann noch ein Pfiff am Aufschlag gegen Marie, welche angeblich die zulässigen 8 Sekunden Zeit für den Aufschlag überschritten haben sollte. Letzten Endes mussten wir uns im dritten Satz 22:25 geschlagen geben, da wir nicht mehr so konsequent und selbstsicher gespielt haben wie in den ersten beiden Sätzen.

So gingen wir mit einer 2:1 Führung in den vierten Satz. Auch in dem Wissen, dass wir diesen Satz gewinnen mussten, um die drei Punkte mit nach Höntrop zu nehmen. Wir sammelten uns noch einmal mental und wollten an unsere Leistung aus den ersten beiden Sätzen anknüpfen. Da hatten wir unseren Plan allerdings ohne den Schiedsrichter gemacht. Denn dieser hatte scheinbar beschlossen, seine am Anfang festgelegte Linie für die Auslegung von technischen Fehlern über Bord zu werfen. So kam es dazu, dass gefühlt jeder gepritschte Ball eine Doppelberührung war, was uns komplett aus dem Rhythmus brachte, da der Ball kaum mehr als einmal das Netz überqueren konnte ohne das vorher ein Pfiff zu hören war. Der Spielrhythmus ging somit auf beiden Seiten verloren und das am Anfang noch ansehnliche Spiel wurde nun etwas stumpf anzuschauen. Trotz großen Ärgers versuchten wir das Beste aus der Situation zu machen und kämpften so gut es ging gegen unseren eigentlichen Gegner Recklinghausen und den von einer Spielerin Recklinghausens nach dem Spiel betitelten "zweiten Gegner" - dem Schiedsgericht. Allerdings war unser Spiel jetzt immer mehr von kleinen Fehlern geprägt, sodass wir in der Annahme und Abwehr oft einen Schritt zu wenig machten oder einfach so sehr ungenau spielten. Zwar waren zwischendurch immer wieder gute Aktionen dabei wie beispielsweise ein gebaggerter zweiter Ball von Dana oder der ein oder andere gekonnte Angriff von Sandra und Joana, aber am Ende unterlagen wir auch in diesem Satz mit 22:25.

Die Stimmung war zunehmend aufgeheizt, aber es gelang uns in der kleinen Pause vor dem Tie-Break wieder in den Wettkampfmodus zu schalten und unseren Ärger hinten an zu stellen. So gelang es uns dieses Mal tatsächlich mit ähnlich viel Druck und Engagement wie in den ersten beiden Sätzen unseren Gegner unter Druck zu setzen. Mit gezielten Aufschlägen brachten wir die gegnerische Annahme wieder in Bedrägnis und provizierten somit mehrere Fehler. Im vierten Satz waren es zudem noch kuriose Entscheidungen des Schiedsgerichts zugunsten der Mannschaft aus Recklinghausen, aber im fünften Satz wendete sich das Blatt und nun fielen diese Entscheidungen zu unseren Gunsten. Den letzten Satz des Tages gewannen wir mit guter Leistung und somit auch verdient 15:7.

Es war ein sehr kurioses Spiel und am Ende müssen wir uns mit zwei Punkten zufrieden geben. Die drei Punkte wären allerdings machbar gewesen, doch im dritten Satz waren wir nicht gut genug und im vierten Satz mussten wir uns vielen fraglichen Entscheidungen / vermeindlichen Fehlentscheidungen des Schiedsgerichts hingeben. Die Mannschaft aus Recklinghausen hat gekämpft so gut es ging und uns am Ende einen Punkt geklaut. Ob verdient oder nicht - da fragt am letzten Spieltag keiner mehr nach. Am Ende waren sich jedoch beide Mannschaften einig: das Schiedsgericht hat entscheidenen Einfluss auf den Spielverlauf genommen. Doch auch danach fragt am letzten Spieltag keiner mehr. Datteln gewinnt 3:0 gegen Haltern und ist somit punktgleich mit uns. Zudem ist Datteln der neue Tabellenführer, trotz gleicher Punkte und gleicher Siege, aber besserem Satzquotienten. Telstar hat ebenfalls drei Punkte geholt und ist somit nur noch einen Punkt hinter uns. Der Dreikampf um die ersten beiden Plätze geht also weiter. Wir haben weiterhin alles selbst in der Hand. Am kommenden Sonntag kommt es dann zum Spitzenspiel im heimischer Halle. Wir gegen Datteln. Erster gegen Zweiter. Allerdings sind wir dieses Mal wieder in der Verfolgerrolle. Wenn man das bei Punktgleichstand so nennen kann. So oder so wird eine erste Vorentscheidung in Sachen Aufstieg fallen. Genauso wichtig wird das Spiel in der Woche danach, wenn wir am 10.03. zu Hause gegen Haltern spielen. Sechs Punkte aus diesen beiden Spielen und der Traum des Aufstiegs ist nahezu perfekt. Es wird also spannend in den kommenden zwei Wochen. Wir sind hochkonzentriert und werden alles geben, um unsere beiden Heimspiele zu gewinnen.


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