Nachdem für die männliche U18 der Traum von der Westdeutschen Meisterschaft im zweiten Anlauf knapp verpasst wurde, geht das Team nun im letzten U18 Jahrgang erneut auf die Reise diesen Traum zu verwirklichen. Ob es diesmal gelingt, wird auch davon abhängen, ob neben dem notwendigen Fleiß und dem Talent das erforderliche Glück zur Seite steht.

Wer dieses Team auf seinem Weg begleiten möchte und zum Jahrgang 2002 oder 2003 gehört ist herzlich eingeladen beim Training vorbeizuschauen.

Trainingszeiten: 
Mittwoch

18:30-20:00

Feld 3 (rechts) mU18 & mU20
Freitag

20:00-22:00

mU18 & mU20
Müde, aber mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht kehrte die männliche U18 am Sonntagabend von den Westdeutschen Meisterschaften aus dem ostwestfälischen Minden zurück.

Und das Lächeln der Spieler war höchst berechtigt, denn die acht Spieler haben an diesem Wochenende eine tolle Leistung gezeigt und das gesteckte Ziel - einen einstelligen Platz unter den zwölf Top-Teams aus NRW - nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen.

Mit dem 7.Platz hat die Mannschaft unter der namhaften Konkurrenz ein erstklassiges Ergebnis abgeliefert und mit etwas mehr Glück wäre sogar der 5.Platz möglich gewesen. Aber der Reihe nach...

Aufgrund der weiten Entferung und des frühen Beginns (die Mannschaften mussten am Samstag bereits um 9.45 Uhr vor Ort sein) entschied sich das Team bereits am Freitagabend anzureisen. Mit der freundlichen Unterstützung der Fahrzeugwerke LUEG aus Wattenscheid konnte das Team zusammen mit dem Trainer in einem erstklassig ausgestatteten Mercedes-Sprinter die Fahrt antreten. Wie viel Wert Beinfreiheit für die bis zu 1,94 cm großen 16jährigen Jugendlichen bedeutete, wurde spätestens am Ziel klar, als Spieler von einem weiterem Verein an der Jugendherberge in Porta Westfalica nach mehr als 250 km Anreise aus zwei Kleinwagen stiegen und ersteinmal ihre Gliedmaßen richten mussten.

Nach der Eröffnungsfeier am Samstagmorgen ging es im ersten Spiel gegen den Vize-Meister der NRW-Liga, der höchsten Jugendklasse im WVV. Der Moerser SC war klarer Favorit auf das Erreichen der Halbfinalspiele und für den TB Höntrop daher nur ein Spiel, in dem die Jungs lernen konnten. Mit Veit Bils und Moritz Liebisch, der am Ende des Turniers von den Trainern zum Besten Angreifer gewählt wurde, hatte der Auftaktgegner zwei Spieler aus dem Moerser Bundesliga-Kader im Team. Dazu kam Lukas Salimi, derzeit erster Zuspieler in der Auswahl des WVV und am Ende auch als bester Zuspieler der Meisterschaften ausgezeichnet.

Da die Höntroper Jungs an fast jedem Spieltag immer eine Weile brauchen, um in Spiel zu kommen, war die große Aufgabe gegen einen Top-Gegner der willkommene Auftakt. Mit 10:25 und 8:25 fiel das Ergebnis dann erwartungsgemäß sehr deutlich aus, auch wenn sich das Team eigentlich vorgenommen hatte nicht einstellig zu verlieren.

Nach dieser längeren Aufwärmphase folgte das wichtigste Spiel des Turniers, denn hier ging es darum den zweiten Platz und somit das Viertelfinale zu erreichen. Und der Gruppengegener RC Sorpesee war den Höntroper bestens bekannt, konnte man doch in der Oberliga das Spiel in Sundern ersatzgeschwächt mit 2:1 und somit die Meisterschaft in der Staffel 3 erringen.

Leider war die "Aufwärmphase" gegen den MSC offenbar doch zu kurz, denn das Team kam nach ausgeglichenem Beginn (3:3) enorm unter Druck. 3:6, 4:14, 5:17 und 6:18 waren die Stationen, an denen der TBH aus eigenem Aufschlag nicht punkten konnte. Erst Fynn war es dann, der den Rückstand verkürzen konnte (11:18). Nun waren es die Jungs aus dem Sauerland, die reihenweise Aufschläge verschlugen und so bei eigenem Aufschlag nicht punkten konnten. Die Höntroper, die bislang in der Vergangenheit in allen wichtigen Spielen den RCS schlagen konnte, kämpften nun um jeden Ball. Am Ende reichte es nicht ganz, denn der Satz ging mit 22:25 verloren.  Aber nach dem schwachen Start konnte der Turnbund 16:7 Punkte holen und damit ein wichtiges Signal für den zweiten Durchgang senden.

Trotz des kleinen Kaders nutzte der Trainer nun seine taktischen Möglichkeiten aus und stellte Kapitän Finn von der Diagonalen in den Außenangriff und Darrin rutschte auf die freie Diagonalposition. Beides führte in Drucksituationen dazu, dass das Höntroper Spiel stabiler wurde, da nun mit Darrin ein ehemaliger Zuspieler die Ersatzzuspiele vornehmen konnte und zudem für die hohen Bälle über Außen neben Jan ein weiterer druckvoller Abnehmer zur Verfügung stand. Das Team konnte früh in Führung gehen und den Gegner in der Folge ständig auf Distanz halten. Der Trainer konnte den Satz ohne eine Auszeit etwas entspannter betrachten und am Ende ging es nach dem 25:19 in den Tie-Break.

Dort spielte die Mannschaft konzentriert weiter und konnte am Ende mit 15:11 den Sieg und damit das Erreichen des Viertelfinale bejubeln.

Mit Spannung wurde anschließend die Auslosung dieser Runde beobachtet. Hier wurden den Siegern der vier Vorrundengruppen (das waren wie erwartet die vier Spitzenteams der NRW-Liga aus Essen, Moers, Paderborn und Köln) jeweils ein Gruppenzweiter zugelost. Und nachdem die Höntroper im Vorfeld mit dem Gruppengegner RC Sorpesee Losglück hatten, war dieses nun offenbar aufgebraucht, denn mit dem VV Humann Essen bekamen es die Höntroper mit dem NRW-Liga-Meister und dem absoluten Top-Favoriten für die WDM zu tun. Das Team, in dem gleich vier ehemalige Höntroper im übergroßen Kader standen, aber kaum einmal mehr als für ein paar Bälle zum Einsatz kamen, hatte in der abgelaufenen Saison in der NRW-Liga nicht einen Satz abgegeben und sich erwartungsgemäß auch klar in der Vorrunde durchgesetzt.

Und so hieß es möglichst schadlos durch die Partie zu kommen und wieder etwas für die weiteren Spiele mitzunehmen. Allerdings gelang dies im ersten Satz kaum einmal. Zu groß war der Leistungsunterschied, obwohl Trainer Peter Bach es sich leisten konnte seinen Kapitän und Zweitliga Spieler Wim Thomzik auf der Bank zu lassen. Alleine Mittelblocker Nils Bedenbecker, der am Ende zum Bester Spieler in dieser Kategorie gewählt wurde, konnte diesen Satz alleine entscheiden. Am Ende war es dann ein mehr als deutliches 7:25, das auf der Anzeigentafel stand. Höntrop stellte taktisch wieder um und da auch Essen fleißig wechselte und u.a. dem Ex-TBH-Spieler Luca ein paar Spielminuten ermöglichte, war der Satz etwas offener. Nachdem Essen den ersten Teil klar mit 3:11 und 6:16 dominierte, konnte der Turnbund den zweiten Teil sogar mit 10:9 gewinnen. Am Ende hieß es aber natürlich erwartungsgemäß auch hier 16:25 für den Lokalrivalen aus Steele.

Damit war der erste Turniertag beendet und nach einem gemeinsamen Abendessen, an dem auch einige Fans teilnahmen, ging es zurück in die Jugendherberge, um ausgeruht in den zweiten Tag zu starten. Der konnte mit den Turniershirts zum Aufwärmen und dem neuen Trikotsatz motiviert angegangen werden.

Aufgrund der Ergebnisse des Vortages konnten die Höntroper länger schlafen und mussten erst zur zweiten Runde in der Halle sein. Im kleinen Halbfinale um die Plätze fünf bis acht ging es nun gegen die SolingenVolleys, die bereits in der Quali B zu Gast in Höntrop waren. Dort setzte sich das Team aus dem Bergischen Land mit 8:25 und 20:25 durch, so dass hier noch eine Rechnung offen war. Obwohl auch dieses Team mit erfahrenen Herren-Spieler besetzt war - u.a. mit Max Lübbert im Außenangriff und Niklas Held auf der Diagonalen, die zum Kader des Drittligisten gehören - konnten die TBH-Jungs hier mit einer guten Leistung überzeugen. Mit 8:3 ging die Mannschaft in Führung und fortan war das Selbstbewusstsein da, auch gegen dieses Team bestehen zu können. Nach engem und spannendem Satzverlauf, einem abgewehrten Satzball wurde der Durchgang dann tatsächlich mit 26:24 gewonnen.

Der Erfolg führte dann leider dazu, dass sich viel Spannung bei den Spielern löste und die Solinger so schnell mit 0:6, 1:8, 2:11 und 3:12 in Führung gingen. Aber Höntroper können kämpfen und das taten sie nun sehr beherzt. Der Rückstand wurde langsam verkürzt und auch wenn es nicht für den Satzgewinn reichte (20:25), ging die zweite Satzhälfte einmal mehr mit 17:13 an den TBH.

Und so musste, nein besser durfte das Team erneut in den Tie-Break gegen das favorisierte Teams aus Solingen, dass in der NRW-Liga immerhin Platz sieben belegt hatte. Leider war hier das angesetzte Schiedsgericht nicht immer auf der Höhe dieses engen und packenden Spiels, denn am Ende waren es nicht weniger als drei klare Fehlentscheidungen, die den Satz zugunsten der Solinger entschieden. Nach einer schnellen 5:1-Führung, kam Solingen wieder heran, aber Höntrop hatte beim 7:5 kurz vor dem Seitenwechsel noch die besseren Karten. Die Seiten wurden dann aber nach vier Punkten für den Gegner beim 7:8 aus Höntroper Sicht gewechselt. Leider kam es ausgerechnet in der sogenannten Crunchtime des Satzes, der entscheidende Phase, zu den besagten Fehlentscheidungen. Auch fachkundige neutrale Beobachter bestätigten am Ende zwei klar viermal gespielte Bälle der Volleys, sowie einen angeblich aus physikalisch unmöglichem Winkel zwischen den Antennen zurückgespielten Ball, die dem Gegner gleich drei Punkte schenkten. Zwar warfen die Höntroper alles hinein, aber am Ende stand eine bittere 16:18-Niederlage und "nur" der Einzug in das Spiel um Platz sieben. Besonders bitter wurde es dann später, als die Solinger ihr Platzierungsspiel gegen den VC Menden-Much mit 2:0 gewannen und so Fünfter im Gesamtklassement wurden.

Nun galt es im letzten Spiel des Tages noch einmal alle Konzentration zusammenzunehmen, um das bereits ereichte Saisonziel (einstelliger Tabellenplatz bei der WDM) noch weiter zu verbessern. Es ging gegen den etwas überraschend in diesem Spiel stehenden Gastgeber 1.VC Minden, der sich sportlich gar nicht qualifiziert hatte und nur als Ausrichter an den Meisterschaften teilnehmen durfte. Aber sie hatten in der Vorrunde den Landesleistungsstützpunkt des TV Hörde besiegt und so das Viertelfinale erreicht.

Entgegen der übrigen Spiele kamen die Höntroper im letzten Spiel des Tages gut in die Partie und konnten sich schnell einen komfortablen Vorsprung herausspielen, der zeitweise bis zu acht Punkte betrug. Allerdings wollte sich auch der Gastgeber von seinen naturgemäß zahlreichen Zuschauern erfolgreich verabschieden. Hinzu kam, dass die Höntroper an diesem Morgen bereits ein sehr intensives Spiel hinter sich hatten, während Minden in zwei klaren Sätzen verloren hatte. Und das mit einem Höntroper Team, in denen vier der acht Spieler mangels echter Alternative jederzeit auf dem Spielfeld standen, Aaron kranheitsbedingt in der letzten Woche nicht trainieren und nur mit diversen Erkältungsmitteln teilnehmen konnte. So waren die Aktionen des Turnbundes zunehmend weniger präzise und nicht mehr so zwingend. Trotzdem ging das Team mit 25:22 in Führung. Und der VC setzte nun nach und ging seinerseits mit bis zu achten Punkten in Front. Zwar konnte die Höntroper Jungs den Rückstand etwas verringern, aber nach dem 19:25 ging es in den dritten Tie-Break des Turniers. Hier lagen die Wattenscheider dann meist knapp vorne, wobei auch hier der 1.Schiedsrichter einige "überraschende" Entscheidungen fällte und diese oftmals auch noch sehr spät traf. Diesmal waren die strittigen Entscheidungen allerdings einigermaßen gleichmäßig verteilt und der Ärger bestand wechselweise auf beiden Seiten. Am Ende gewannen der TB mit 15:11 und sicherte sich somit den 7.Platz unter den zwölf besten Mannschaften der U18 in diesem Jahr in NRW.

Trainerkommentar: "Als Trainer bin ich unglaublich stolz auf die Leistung meiner Spieler. Sie haben sich an diesem Wochenende als echtes Team präsentiert, wobei jeder seine wichtige Rolle hatte und letztlich zum tollen Gesamtergebnis beigetragen hat. Auch wenn zunächst die Enttäuschung nach dem unglücklich verlorenen kleinen Halbfinale da war, werden die Spieler ihre Leistung bald auch selbst zu würdigen wissen. Wir haben uns beim ersten Abendessen über Breiten- und Leistungssport unterhalten und dafür, dass wir "nur" Breitensport betreiben ist das ein super Ergebnis.

Bei zwei Trainingseinheiten in der Woche, ohne leistungsstarke Herren-Mannschaften, in denen sich die Spieler schneller weiterentwickeln können, stehen wir mit dem Ergebnis glänzend da. Vor uns stehen ausschließlich Vereine, die Volleyball als Leistungssport betreiben, die über hochklassige Mannschaften bis hin zur (zweiten) Bundesliga verfügen und oftmals als Landesleistungsstützpunkte für Volleyball ganz andere Möglichkeiten besitzen.

Und insbesondere unter diesen Rahmenbedingungen kann ich und können wir zu Recht stolz auf das erreichte Ergebnis sein."

Ein großer Dank geht auch an unsere immerhin 14 Fans, die die lange Anreise und Kosten für Fahrt und z.T. Übernachtung gerne in Kauf genommen haben, um die Mannschaft an den beiden Tagen zu unterstützen.

Der Turnbund Höntrop bedankt sich beim Ausrichter 1.VC Minden für die gelungene Ausrichtung und wünscht dem neuen Westdeutschen Titelträger viel Erfolg bei den anstehenden Deutschen Meisterschaften am 27. und 28.04.2019 beim TSV Mühldorf in Bayern.

Der Ausrichter hat im Nachgang ebenfalls eine Bildergalerie zur Verfügung gestellt: WDM Minden

Endstand:

  1. VV Humann Essen (qualifiziert zur Deutschen Meisterschaft)
  2. VoR Paderborn
  3. Moerser SC
  4. FCJ Köln
  5. SolingenVolleys
  6. VC Menden-Much
  7. TB Höntrop
  8. 1.VC Minden
  9. RC Sorpesee
  10. Rumelner TV
  11. TV Hörde
  12. TuB Bocholt


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